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Festung Ackerman 13 – 15. Jh.,  Dnestr-Liman, Stadt Belgorod-Dnestrovsky, Odessa-Region
Samstag, 15 Dezember 2018

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Artikel > Wiege der ukrainischen Ausbildung

Kiewer-Mogyla Akademie

Viktoria NAIDA, Journalistin
Extra fürPrime Excursion Bureau

Als in jüngster Vergangenheit der 500-UAH-Geldschein im Umlauf zum Vorschein kam, erwiesen sich auf dessen beiden Seiten die Darstellung des Akademiegebäudes, das sich auf dem Kontraktplatz der Unterstadt Podol befindet und das Porträt des hervorragenden ukrainischen Philosophen, eines der berühmtesten Absolventen der Akademie – Grigory Skovoroda. Diese Thematik ist der ältesten Lehranstalt der Ukraine – Kiewer Mogyla-Akademie gewidmet. Hier entstand, hielt stand und entwickelte sich die ukrainische Bildung.

Das erste Leben (1615-1817). Schule – Kollegium – Akademie

Zeitraum: 1615-58. Von der „Galschkas Gabe“ bis  zum akademischen Status

Das heutige Gebäude der alten Akademie gilt als ebenbürtiges  „Brand“ in Kiew und in der Ukraine wie Sophien- Kathedrale und Kiewer Höhlenkloster, Opernhaus in Odessa und  Ruinen in Chersones, die alten Strassen in Lvov und Elias Kirche in Subotovo. Hier studierten einst die Vertreter aller ukrainischen Gesellschaftsschichten – Sprösslinge der Kosaken – und Bauerfamilien, Adligen und Geistlichen, Fürsten und sogar die Ausländer. Alle erhalten hier die Ausbildung nach den höchsten europäischen Standards.

 Kiewer Akademie war die größte orthodoxe Lehranstalt in Europa.  Und es war kein Zufall: deren Entstehung war mit der Zeit verbunden, als sich in den ukrainischen Städten aktiv die „Bruderschaften“ bildeten – Organisationen, die ihre Tätigkeit zum Schutz des orthodoxen Glaubens und Kultur richteten. Es war eine komplizierte Zeitperiode am Anfang des XVII. Jahrhunderts, als sich die Spannung zwischen Katholizismus und Orthodoxie auf hiesigen Territorien beinahe zum Siedepunkt näherte und das orthodoxe Glauben zur Grundlage der Selbstidentifizierung des ukrainischen Volkes wurde.  

Brüderkloster
Haus von Galschka Gulevitschivna
Innenhof des Klosters

 Die Schule bei Kiewer Bruderschaft entstand nicht zufällig gerade in der Unterstadt Podol: nach dem Überfall der Mongolen war dieser Stadtteil mehr als 400 Jahre hindurch das administrative und Handelszentrum Kiews. Anfang des XVII. Jahrhunderts gab es in Podol wenige Bauwerke aus Ziegel. So ein teueres Baumaterial konnten sich nur die wohlhabenden Leute leisten. Eine davon war Frau Galschka Gulevitschivna, die aus des westliche Region der Ukraine Volyn stammte und mit dem Recht als die echte „Mutter“ der Akademie galt.

Frau Galschka Gulevitschivna

Am 15.Oktober 1615 hatte Frau Galschka der Bruderschaft ihr Steinhaus und ein Grundstück  mit dem Garten für die Grundsteinlegung des Klosters mit der Schule für „das orthodoxe Volk“. Auf solche Weise erhielt Kiewer Bruderschaft das „Dach“ über dem Kopf und die Möglichkeit   das vollwertige Studium zu organisieren. Das Kloster und die Schule existierten seit jener Zeit untrennbar voneinander. Das Brüderkloster kennzeichnete sich durch eigene Besonderheiten, was auch auf seine Bezeichnung aufweist.  Es förderte die Entwicklung der Lehranstalt und deren materiellen Einkommen; war gleichzeitig die Wohnstätte für die Lehrer, die meisten von denen die Mönche waren.

 Im Jahr 1620 trat der legendäre Hetman (Anführer der ukrainischen Kosakeneinheiten) Pjotr Konaschevitsch Sagaidatschny (1570-1622) mit seinem „Zaporozher Kosakenheer“ in Kiewer Bruderschaft ein. Nach dieser Tatsache konnte die Bruderschaft nicht mehr befürchten vom polnischen König aufgelöst zu werden – zu seriös war der „Schutz“ von Kosaken. Zwei Jahre später erlag Sagaidatschny der schweren Wunden, die er in Khotyn-Schlacht erhielt. Der große Hüter und Beschützer der Orthodoxie wurde feierlich in der Kirche des Brüderklosters bestattet. Sein Grab samt Kirche wurden 1935 durch Bolschewiken vernichtet.

1632 fand ein bedeutsames Ereignis statt – die Brüderschule vereinigte sich mit der Mönchsschule des Höhlenklosters „Lavra“, die viel früher in 1580-er gegründet worden war. So entstand Kiewer Kollegium. Dies erfolgte af Initiative des Kiewer Metropoliten Pjotr Mogila, der zum Prorektor der vereinten Schule wurde. Auf solche Weise entstand das einheitliche wissenschaftlich-geistige Ausbildungszentrum, welches höchst wichtig für die Orthodoxie in ganz Europa war. Seit jener Zeit ist die Kiewer Schule durch den Beiname „Mogiljanskaja“ bekannt.

Pjotr Mogila (1596-1647) ist die zweite nach dem Hetmat Sagaidatschny namhafte Person in der Geschichte der Akademie. Er stammte aus einer herrschenden Familie in Moldova und nahm mit  Sagaidatschny Khotyn-Schlacht teil. Etwas später wurde er zum Mönch geweiht und als  Archimandrit des Kiewer Höhlenklosters „Lavra“ ernannt. 1632 hatte man ihn zum Metropoliten von Kiew und Galizien  gewählt.  Seit jener Zeit richtete Pjotr Mogila alle seine Kräfte zur Festigung der Positionen des orthodoxen Glaubens auf   ihm anvertrauten Territorien. Der neue energievolle Hierarch wurde als Archäologe und Aufklärer, Diplomat und Administrator,  Philanthrop und Politiker sowie vo r allem als Gründer des Kiewer Kollegiums berühmt.

Als Vorbild für die „Lavra“-Schule dienten die Jesuiten-Kollegien. Pjotr Mogila verheimlichte nicht, dass er die Schule nach deren Muster modelliert, um  den „Gegenstoß“ an „Lateiner“ mit ihrer „Waffe“ zu versetzen. „National nach der Form und europäisch nach dem Inhalt“ – so könnte man das von ihm gegründete Kollegium charakterisieren. Hier wurden dieselben Fächer, wie auch an den Universitäten Europas unterrichtet und die  Lektoren sowie auch die Studenten, Absolventen  waren immer im Bilde über die Errungenschaften und Entdeckungen in der Wissenschaft damaliger Zeit. Selbstverständlich hatte „Mogiljanskaja“ Akademie auch rein eigene Besonderheiten – Kurse, welche „Dogmática“ der orthodoxen Theologie gewidmet waren, polnische Sprache, Geschichte der „russischen Länder“ etc.

Pjotr Mogila ließ für die Studenten auf eigene Kosten das erste Studentenheim bauen. Dieses Bauwerk bleibt bis heute unter dem Namen Refektorium erhalten. In seinem Testament vermachte Pjotr Mogila dem Kollegium die großen Ländereien, über 80.000 Goldrubel, eigene Bibliothek, Familiengeschirr und sogar… Metropolitengewänder sowie die Zeichen der bischöflichen Macht. Kollegium war für ihn sein Lieblingswerk/Lebenswerk, obwohl er viele andere Verdienste vor dem orthodoxen Christentum in der Ukraine hatte.

Im Jahre 1658 während der Regentschaft von Hetman Ivan Vigoskij wurde dem Kollegium der Status  einer Akademie verliehen. Dadurch wurde sie zur ersten im Ost-Europa orthodoxen Hochschule, die offiziell mit solchem hohen Titel ausgezeichnet wurde.

 

Zeitraum 1658-1817. Von der Wiege der Gelehrtheit bis zur weltlichen Hochschule

Als Blütezeit der nationalen Kultur in deren sämtlichen Aspekten galten 22 Jahre der Regentschaft von Hetman Ivan Mazepa (1687-1709). Die Bildung war dabei gar keine Ausnahme – die Aufmerksamkeit seitens Hetmanats der Bildung gegenüber war vorrangig. Das Brüderkloster wurde vollkommen rekonstruiert, die Dreifaltigkeitskirche aufs neu gebaut.

Das Bauprojekt des Altakademiegebäudes war  in 1690-er vom Moskauer Baumeister Osip Starzew ausgearbeitet worden. Er war auch der Autor der Dreifaltigkeitskirche. Die Errichtung des ganzen Klosterkomplexes und der Akademie kostete ca. 200.000 Goldrubel (Jahreshaushalt von Hetmanat machte etwas 150. 000 Goldrubel aus). Bei solchen Investitionen war das Gebäude der Akademie in kürzerer Zeit aufgebaut worden. Es war das Jahr 1704 - bis verhängnisvolle Verlegung des Nordischen Krieges auf  die südlichen Territorien der Ukraine und Niederlage vor Poltava blieb fünf Jahre…

Bei Mazepa erlebte Kiewer Akademie den Boom ihrer Popularität. Sie nahm alle auf, wer studieren wollte und dadurch unterschied sie sich prinzipiell von westeuropäischen Universitäten, wo die Ausbildung nur dem vermögenden Bevölkerungssegment zugänglich war. Jährlich beherrschten die Wissenschaften in deren Wänden bis zwei tausend Studenten. Bei solcher Menge konnten es nicht ausschließlich die Kinder des Adelsstandes sein.

Altakademiegebäude

 Am 26. Juni 1701 wurde Status der Kiewer Mogyla-Schule als Akademie durch den Imperatoren Peter I. bestätigt. In damaliger Zeit war sie einzige Akademie auf dem Territorium des Moskauer Reiches, das 20 Jahre später als Imperium ernannt wurde.

Schnell verlief die Hälfte des Jahrhunderts, welche sich als Epoche von Elizabeth/Elizaveta (Tochter Peter I) kennzeichnete, die tatsächlich ein aufrichtiges  Interesse für all Ukrainisches zeigte und Akademie trat in viel komplizierte Zeiten ein. Die Regierungsperiode von Katherine II wurde durch die Verfolgungen des ukrainischen „Geistes“ und  Steigerung der gewaltsamen Zentralisierung charakterisiert. Ungeachtet dessen, hielt sich die Akademie bis zum 1817 durch. Zu dieser Zeit existierte schon kein Hetmanat, das Zentrum des ukrainischen Kosakentums „Zaporozhje-Setsch“ wurde endgültig vernichtet, Kiewer Metropolit war dem Moskauer untergeordnet, ukrainische Sprache wurde für öffentlichen Gebrauch verboten…

 In den letzten Jahrzehnten deren Existenz war die Akademie bestrebt das Niveau der Universitäten vom Weltstand zu erreichen. In den  Lehrkurs wurden neue Fächer eingeführt, die rein weltlichen Inhalt enthalten.  Doch statt logischer Reorganisation in die Universität  entschied  die russische Selbstherrschaft die Akademie zu schließen. Es ging  eigentlich um  keine totale Vernichtung, sondern lediglich um das Umformatieren dieser Lehranstalt – auf deren Basis war 1817 die Kiewer Theologische Akademie (Geistige Akademie) gegründet worden.   

Mogyla-Akademie sog. „Mogyljanka“ hatte die „Einweisung ins Leben“ vielen hervorragenden Personen gegeben


Zweites Leben. 1817 – Gegenwart

Was wurde hier unseren Voreltern unterrichtet?

 Hier studierte man lange – der volle Lehrkursus dauerte 12 Jahre. Die Studenten konnten hier im beliebigen Alter und solange, wie sie wollten studieren.  In der Mogyla-Akademie herrschte die Atmosphäre der Duldsamkeit bzw. Toleranz und der Demokratie – die Studenten wurden wegen der ungenügenden Lernergebnisse nicht entlassen. In einigen Klassen konnte man mehrere Jahre hindurch lernen, deshalb verlassen manche Absolventen die Akademie in einem „hohen“ Alter, weil solche öfter  den größten Teil ihres Lebens  für das Studium verbrauchten.

 Die Akademie war in acht Klassen verteilt. Die ersten vier wurden als „Fara“, „Inphimie“, „Grammatik“ und „Syntax“ bezeichnet. In diesen Klassen wurden kirchenslawische, griechische, lateinische und polnische Sprachen sowie Arithmetik, Geometrie, Noten-Singen und   Catequesis unterrichtet. Seit 1738 wurde Deutsch und seit 1753 – Französisch studiert. Seit Mitte des XVIII. Jahrhunderts studierte man hier Russisch als Fremdsprache sowie  das Hebräische.

Besondere Stelle besaß im Lehrgang Poetik und Rhetorik (Redekunst), welche erfolgreich im Alltagsleben „einsetzen“ wurden. Die Fertigkeiten von „Dichten“ hatten manche Leute  für allerlei Widmungen bzw. Einsegnungen den einflussreichen und angesehenen Personen gegenüber benutzt, wobei man dadurch oft unter Obhut dieser Personen genommen wurde, was für einige eine Perspektive für weitere geistige oder juristische Karriere bedeuten konnte. Studenten, die durch die  Begabung für Dichten auszeichneten, konnten auch während des Studiums etwas „verdienen“: die Studenten, welche immer „schlagfertig“ waren, wurden zu verschiedenen Feierlichkeiten, Präsentationen etc. eingeladen, wo sie immer die Möglichkeit hatten gut zu essen und zu trinken und dazu noch ein Honorar zu kriegen.

„Junge Vögel“ aus dem „Mogiljanka-Nest“

 Den hiesigen Studenten haben wir viel zu verdanken. Es geht, z.B., über das professionelle Theater, das die Volkstradition „verankert“ und vom Standpunkt der „städtischen“ Ausbildung begreifen ließ.  Späterhin bildete sich im Kollegium eigene Chor-und Komponistenschule heraus, von deren ruhmvollen Schülern Dmitry Bortnjansky (1751-1825) und Maxim Berezovsky (1745-1777) zu erwähnen sind. Den Studentenchor  leitete nicht weniger bekannter Komponist Artjomiy Wedel (1770-1808).

In der Akademie entstand die ukrainische Philosophie-Schule, deren Blüteperiode  mit dem namhaften Philosoph, Aufklärer Grigori Skovoroda verbunden (1722-94) ist. Seit der zweiten Hälfte des XVIII. Jahrhunderts  erhöht sich immer mehr die Rolle der weltlichen Wissenschaften in der Akademie: entstehen die Klassen, wo Mathematik, Astronomie, Mechanik, Biologie und Medizin unterrichtet werden. Über die letzte muss extra erzählt werden.

 Die Akademie hat mehrere prominente Mediziner erzogen, unter denen sind:   Schöpfer/Gründer von Geburtshilfe, Botanik und Physiotherapie Nestor    Ambodik-Maximovitsch; Ivan Poletika – Professor der kölnischer Akademie, Chefarzt  von Petersburger Generalhospital; Daniel Samoilowitsch,  welcher die Möglichkeit der Impfung gegen Pest bewiesen hatte und Ehrenmitglied der 12 Akademien im Ausland war; Gründer der russischen Anatomieschule – Pavel  Zgursky und viele andere. Der Absolvent unserer Akademie war auch Pjotr Tschaika, der als  Chefarzt in Vjatka (Russland) tätig war – ist Großvater des berühmten Komponisten Pjotr Tschaikowsky.

Von den Zöglingen der Akademie sind auch die hervorragenden Werke über die ukrainische Geschichte geschrieben worden. Die Kosaken-Annalenschreiber Roman Rakuschka-Romanovsky, Samiylo Velitschko, Grigori Hrabianka waren die „Mogiljanka“-Absolventen. In der zweiten Hälfte des XVIII. Jahrhunderts studierten hier die Historiker der neuen Generation, wie Wassily Ruban, Nikolai Bantysch-Kamensky, Pjotr Simanovsky.

Auch die zukünftigen Hetmane der Kiewer Mogila-Akademie waren deren  Verdingskinder: Ivan Vygovsky, Pjotr Doroschenko, Ivan Brjuchovetsky, Michail Chanenko, Ivan Samoilovitsch, Ivan Mazepa, Philip  Orlik, Danilo Apostol, Ivan Skoropazky, Pavel Polubotok. Unter den Hierarchen – Zöglingen der Akademie kann Dmitry (Tuptalo), den Metropoliten von Rostow, Ivan (Maximovitsch), den Metropoliten von Tobolsk, Iosaph (Gorlenko), den Bischof von Belgorod, Theodosius (Uglitschsky),  den Erzbischof von Tschernigow nennen.

Kiewer Mogila-Akademie spielte eine hervorragende Rolle in der Entwicklung der Kultur und Ausbildung am Anfang Moskauer Zarenreiches und späterhin während des Russischen Imperiums. Nach 1670-er wurden hier viele Moskauer ausgebildet, die meisten von denen sich später an der Durchsetzung der Reformen von Peter I. teilgenommen hatten. Hier sind einige Namen: Porphiry Zerkalnikov – der zukünftige Diplomat von Peter I.,  Karion Istomin – Autor der ersten russischen illustrierten „Fibel“, Konon Zotov – Marineoffizier und Autor des ersten Buches in Russland über Schiffsführung, Graf Boris Scheremetjev – namhafter Militärfunktionär. Hier studierten viele Großen der russischen Wissenschaft, wie z.B. 1734 der hervorragende Gelehrte Michail Lomonosov (seinen Namen trägt heute die Moskauer Universität).

Hier studierten Gründer der professionellen Philosophie-Ausbildung in Russland Erzbischof   Theophylact Lopatinsky sowie die zukünftigen Staatsfunktionäre des Russischen Imperiums – Graf Zavadovsky, Fürst G. Potjomkin-Tavritschesky, Kanzler A. Bezborodko. Die Absolventen der Kiewer Akademie Brüder Lichuda gründeten in Moskau 1687 die Slawisch-Griechen-Lateinische Akademie. Die „Mogiljanka“- Zöglinge gründeten bzw. stifteten schon im XVIII. Jahrhundert die Seminare sowie die Lehranstalten fast in jeder bedeutsamen russischen Stadt damaliger Zeit. Im Zeitraum 1702-1762 unterrichteten lediglich  in der Moskauer Akademie 95 Professoren aus Kiew.

Hier studierten die Weißrussen und Moldawier, Serben und Griechen, Rumänien und Bosnier, Montenegriner und Bulgaren. Die Akademieabsolventen setzten oft ihre Ausbildung in europäischen Ländern, wie Polen, Tschechien, Frankreich, Schweden etc. fort.

 Zeitperiode 1817-1920. Hundertster Jahrestag der Geistigen Akademie

Im Jahre 1817 begann eine neue Periode in der Geschichte der Akademie auf dem Platz für Verträge (Kontraktplatz). Die Akademie „reduzierte“ sich bis zum Format  einer theologischen Lehranstalt. Die reiche Kultur- uns Bildungstradition von „Mogiljanka“ machte allerdings die Kiewer Geistige Akademie zu einer einzigartigen Anstalt im Imperium.  Sie stand unter direkter Protektion der Kiewer Metropoliten. In den ersten Jahrzehnten der reorganisierten Akademie bekleidete den Metropoliten-Lehrstuhl zwei hervorragenden Hierarchen – Metropolit Eugene (Bolchovitinov, Rektor in den Jahren  1822-1837) und Hierarch Filaret (Amfiteatrov, Rektor in den Jahren 1837-1858). Dank ihrer  Obhut gewann Akademie immer wieder den Ruhm einer der besten geistigen Schulen der Orthodoxwelt.

Die geistige Akademie war über die Welttendenzen immer im Bilde und stellte keineswegs ein „Bollwerk des tollwütigen Konservatismus“ dar. Die Zahl der  unterrichteten Fächer erhöhte ständig. Mit dem Studium der polnischen Sprache wurde wieder angefangen, entstanden die Kurse der bürgerlichen und kirchlichen Geschichte und 1843 – die Grundlagen der Pädagogik. Bis Ende 1840-er wurden an der Kiewer Geistigen Akademie 28 obligatorischen Disziplinen unterrichtet.

In dieser Zeitperiode aktivierte sich auf dem Gelände der Akademie der neue Bau. 1822-25 wurde nach dem Projekt des Architekten L. Scharleman  das neue Akademiegebäude errichtet, in dem nicht nur die Lehrauditorien, sondern auch die Wohnungen für Professoren und Studentenheime untergebracht waren Im Zeitraum 1863-64 ist dieses Gebäude im Stil des Spätklassizismus umgebaut.

 Im ersten Halbjahrhundert der Exstenz der Geistigen Akademie hatten über mehr als sechzig deren Zöglinge  und Lehrkräfte den bischöflichen Rang erreicht. Einige Absolventen dieser Periode wurden zu bekannten Hierarchen anderer lokalen Kirchen und und wurden heilig gesprochen. Das sind Innokenty (Borisow), Meletij (Leontovitsch), Theophanes - Einsiedler und andere.

In der zweiten Hälfte des XIX. Jahrhunderts wurde in der Kiewer Geistigen Akademie die Schule der kirchlichen Historiker und Theologen gegründet.  Deren Privilegien in Bezug auf ihre Kollegen anderer Lehranstalten bestanden darin, dass sie die Bibliothek besuchen/benutzen durften, die in den „altweltlichen“ Zeiten gesammelt worden war.

 1872 wurde an der Akademie die kirchlich- archäologische Gesellschaft gegründet und das kirchlich- archäologische Museum geöffnet, welches das erste Museum solcher Art im Russischen Imperium war.

Mit dem Beginn der revolutionären Ereignisse 1917-20 versuchte die Geistige Akademie  dem Zeitgeist zu folgen. Das im Juli 1918 bei Hetman Pavel Skoropatzky bestätigte Statut hatte die Einführung von neuen Lehrstühlen: der Geschichte der Ukraine,  der ukrainischen Sprache und Literatur, des westrussischen Rechtes und der Geschichte von Ukrainischen Kirchen genehmigt. Doch, ein halbes Jahr später fiel Hetmanat und Wirbel der Geschichte nahm bald darauf endgültig den Geist der Akademie samt deren Gebäude mit. 1920 wurden die Räumlichkeiten der Akademie dem Stab der Dnepr-Flotille und das alte Gebäude – der Bibliothek der Akademie der Wissenschaften der Ukraine übergeben. Dabei fand die kostbare „Mogiljanka“- Bibliothek ihren Platz für längere Jahrzehnte in einer speziellen Lagerung.

Die Bauwerke des Klosters hatten noch schlimmer. Die Brüder-Kirche wurde in 1930-er abgerissen und an deren Stelle hatte man einen Paradeplatz angelegt. Halbrundes Gebäude mit dem Glockenturm in der Mitte wurde mit zwei Etagen aufgestockt, wobei der Glockenturm abgebaut wurde und an dessen Stelle entstand die Kolonnade  im Stil des „Stalin-Klassizismus“.

 

Wiedergeburt. Gegenwart – von 1991 bis heute…

Heutige Akademie – Hochschule  äußerst westlichen Typs, „Insel“ des weltlichen Ausbildungssystems auf dem ukrainischen Boden

Wiedergeburt begann erst 1991. Am 19. September, fast ein Monat nach der Erklärung der Unabhängigkeit der Ukraine, wurde die Verordnung über die Wiedergeburt der Kiewer Mogila-Akademie im Status einer Universität erlassen. Offiziell wurde die Lehranstalt auf dem alten ursprünglichen Territorium am 24. August 1992 am ersten Jahrestag der Unabgängigkeit eröffnet. Im Jahre 1994 wurde ihr der Titel „Nationale“ verliehen und seit jener Zeit wird sie als „Nationale Universität „Kiewer-Mogila-Akademie“ (NaUKMA) genannt.

In 2000-ern erreichte Universität die neuen Höhen. Sie wurde Mitglied der Assoziation von europäischen Universitäten, deren Business-Schule erhielt die höchste 5-jährige Akkreditierung von CEEMAN (International Managegement Development Association).

Es wurde auch mit der Restaurierung der historischen Gebäude der alten Akademie angefangen. 2008 wurde die Kirche des Heiligen Geistes und ehemaliges Wohnhaus von Frau Galschka Gulevitschivna renoviert, welches heute für das älteste Vorbild eines stadtbürgerlichen Bauwerkes in Kiew gilt.

Die Wiedergeburt der Mogila-Akademie könnte ohne Mitwirkung des Präsidenten der Akademie Herrn Vjatscheslav Brjuchovetsky kaum erfolgt haben. Dieser Mensch hat tatsächlich die Lehranstalt vom echt europäischen Niveau vom Grund aufs neu gestaltet und gegründet.  Unter anderem wurden in der Akademie schon in 1990-er die naturwissenschaftlichen Fachrichtungen eingeführt und zugleich war sie die erste Lehranstalt in der Ukraine, wo die philosophischen Disziplinen unterrichtet werden. Nach den Aussagen des Akademie-Gründers soll die Akademie ein wissenschaftliches Zentrum „für alle Zeiten“ sein und keine „Anzuchtstätte“ von Disziplinen bzw. Fächer, die in einem bestimmten Zeitraum Mode sind.  

 Als die Lehranstalt der neuen Zeit ist Mogila-Akademie von Anfang an auf das westliche Modell der Ausbildung orientiert, schenkt eine äußerst große Aufmerksamkeit dem sog. „Universitätsmilieu“: verschiedenen Zirkeln, Konzerten, Diskussionen, Treffen mit Experten, Politikern etc. Große Bedeutung ist dem Englisch beigemessen. Ohne gute Kenntnisse in Englisch ist unmöglich in „Mogiljanka“ immatrikuliert zu werden und  nicht zuletzt deswegen, weil eine Hälfte der Bibliothekressourcen in Englisch ist. Dies bezeugt wiederholt, dass heutige Akademie die Lehranstalt eines echt westlichen Vorbildes, eine Insel des Weltausbildungssystems auf dem ukrainischen Boden ist. Schon während der Gründung der Akademie wurden deren Statut die Prinzipien  des Bologna-Prozesses zugrunde gelegt. Seit jener Zeit wird „Mogiljanka“ als eine der fortschrittlichsten Hochschulen in der Ukraine gegolten.

Vjatscheslav Brjuchovetsky leitete Kiewer Mogila-Akademie bis 2007 als zum neuen Rektor der Professor, Doktor der philologischen Wissenschaften, Herr Sergei Kvit gewählt wurde. In heutiger nicht einfacher Zeit pflegt er die alten und neuen Traditionen dieser eigenständigen ukrainischen Lehranstalt fortzusetzen und zu entwickeln.

September 2011