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Am Anfang der Lehmberger- (heutige Artem-Straße) Straße am Anfang des 20. Jahrhunderts, Kiew
Sonntag, 17 Dezember 2017

Artikel > Das grüne Herz und geistiges Heim von Kiew

Skibin Evgeniy, Stadtführer von „Prime Excursion Bureau“

 Südlich von Kiewer Höhlenkloster auf den malerischen Hügeln befindet sich seit jeher die Ortschaft, welche die Bezeichnung Sverinez hat. Schon in den Zeiten der alten Kiewer Rus waren hier die Jägerländereien der Fürsten. In selben Zeiten hat diese Gegend auch den Mönchen gut aufgefallen: so entstand eines der bekanntesten Klöster -Wydubezky. Etwa neun Jahrhunderte später entstand hier noch ein geistiges Heim –das Jonah-Kloster. Und im XX. Jh. begann auf diesem Territorium das „grüne Herz“ von Kiew zu klopfen. Schon mehr als 70 Jahre befindet sich hier der Kiewer Nationale Botanischer Garten namens N. Grischko.  

Botanischer Garten

 Den Kiewer Nationalen Botanischen Garten namens N. Grischko kann man mit Recht als „grünes Herz der Hauptstadt“ und einen der interessantesten Orte unserer Stadt nennen, nicht nur deshalb, dass man sich hier gut ausruhen, die wunderbaren Sammlungen von Blumen, Bäumen, Sträuchern aus allen Winkeln der Welt bewundern kann. Er ist gleichzeitig das führende wissenschaftliche Forschungszentrum der Ukraine, dessen Hauptaufgaben bestehen in Durchführung von Untersuchungen in Bereichen des Naturschutzes, Projektierung und Schaffung von neuen botanischen Gärten, Parks, Grünanlagen, Ausarbeitung von wissenschaftlichen Grundlagen für die Begrünung der Städte, Entwicklung der Basis für die  Sicherung und Erhaltung von Genofond der Pflanzenwelt und der ganzen biologischen Vielfalt.    

 Die Idee der Schaffung des Botanischen Gartens entstand im Herbst 1918 während der Gründung der Nationalen Akademie der Wissenschaften. Diese Idee gehörte einem der ersten Präsidenten der Akademie der Wissenschaften der Ukraine Vladimir Lipsky (1863-1937). Die Frage über den Bau des neuen Botanischen Gartens wurde wiederholt auch vom bekannten Botaniker und Akademiker Alexander Fomin (1869-1935) diskutiert. Zu jener Zeit existierte schon seit 1830-er Jahren der Botanische Garten bei der Kiewer Wladimir-Universität.

Ein neuer Botanischer Garten sollte eine Art experimenteller und akklimatisierender  „Stützpunkt“ von Akademie der Wissenschaft werden. Es wurde schon damals vorgenommen diesen in der Ortschaft Sverinez anzulegen.

 Denkmal für Akademiker  N. Grischko 

 

 Zu jener Zeit, im Herbst 1918 befand sich an der Stelle des zukünftigen  Botanischen Gartens das Sverinez-Fort, welches durch Explosion von Pulverlager einige Monate später zerstört wurde, sowie das Jonah-Kloster mit einem nicht fertiggebauten Glockenturm, der späterhin zu Nutzen des „Sozialismus“ abgebaut wurde.

 In den nachfolgenden fast anderthalb Jahrzehnten war die Idee über den Botanischen Garten der Akademie der Wissenschaften nicht realisiert. Zuallererst darum, weil als die Hauptstadt der Ukraine wurde damals Kharkov erkärt. Und erst am 22. September 1935, als die Hauptstadt in Kiew verlegt wurde, fand die Grundsteinlegung des Gartens statt. Zm ersten Direktor des Kiewer Botanischen Gartens wurde Professor Walter Schmidt  (1880-1958).

 Auch diesmal ist nicht alles reibungslos abgelaufen. Nicht alle Arbeiten sind bis Anfang des Krieges vollzogen worden und während der Besetzung der Stadt war ein beträchtlicher Teil der schon vorhandenen Sammlungen verlorengegangen. Mit neuer Kraft entfaltete sich der Bau des Botanischen Gartens nach der Befreiung Kiews von Nazis. 1944 erhielt der Botanische Garten den Status einer selbständigen Institution der Akademie der Wissenschaften und  als dessen Leiter wurde der hervorragende ukrainische Wissenschaftler-Botaniker und Pflanzenzüchter, Akademiker Nikolai Grischko ernannt (1901-1964).  

Außer eigenen professionellen und wissenschaftlichen Maßnahmen veranstaltet der Botanische Garten die Führungen auf seinem Territorium und in den Orangerien sowie die thematischen Blumenausstellungen für breites Publikum.

 Nach seiner Vielfalt gilt der Botanische N. Grischko-Garten für einen der größten Botanischen Gärten Europas in Rücksicht darauf, dass auf einem relativ nicht großen Gelände von 130 ha über 10 000 Arten von Blumen-dekorativen,- Frucht- und Heilpflanzen (sogar solchen, die in der Natur schon nicht mehr vorhanden sind) vertreten sind.

Im Frühjahr werden die Besucher des Gartens von Schneeglöckchen, Hyazinthen und   Narzissen begrüßt, die in Kürze durch bunte Vielfarbigkeit von Tulpen abgelöst werden. Eine echte „Wallfahrt“ von Besuchern wird im Frühling während der Fliederblütezeit beobachtet, da von 28 existierenden Fliederarten, sind hier 21 Arten vertreten.  Im Sommer ziehen die Aufmerksamkeit auf sich, außer dem üppigen Pionenblühen und vielfarbiger Iris, der riesige und außerordentlich schöne Rosengarten, und ab Juli fast den ganzen Herbst lang blüht und duftet der Magnoliengarten. Die Kollektionen von Flieder und Magnolien wurden schon längst die Visitenkarte nicht nur der Gartens, sondern auch von Kiew. 

 Der einmalige Sammlungsbestand des Gartens zählt über 3400 Arten und Sorten von Pflanzen. Der Nationale Botanische Garten (NBG) ist ein Bestandteil des Naturschutzfonds der Ukraine und gehört zu den Ländereien der historisch-kulturellen Bestimmung, die als das nationale Gemeingut des Staates gelten.

Als Ergebnis der mehrjährigen Tätigkeit sind die einzigartigen floristischen Komplexe geschaffen, wie: "Wälder des Flachlandes der Ukraine", "Ukrainische Karpaten", "Steppen der Ukraine", "Krim", "Kaukasus", "Mittelasien", "Altai und Westsibirien", "Ferner Osten". Auf diesen Erdstücken wurde es versucht nicht nur die Vegetation einer bestimmten geographischen Zone, sondern auch deren Relief und einzelte typische Landschaften zu wiedergeben. Ein echtes Kleinod des Botanischen Gartens ist Dendrarium.

Die vieljährigen wissenschaftlichen Forschungen ermöglichten die neuen Sorten von Chrysanthemen,  Dahlien, Astern, Phloxen, Iris, Gladiolen, Päonien,  Rasengräsern usw. zu schaffen. Viele davon wurden mit internationalen Prestigeprämien ausgezeichnet.

In NBG sind die wunderbaren Kollektionen von tropischen und subtropischen Pflanzen gesammelt, die in den Gewächshäusern mit Gesamtfläche von über 5000 m² untergebracht sind. Eine der großten darunter ist die Kollektion der Orchideen, die über 350 Naturarten und Abarten zählt.

NBG vertritt eine der besten in der Welt Sammlungen von Kornelkirschenformen, die großte in Ost-Europa Kollektion von Eichen, Ahorn, Linden, Birken, Nußbaum, Flieder, wildwachsenden  Fruchpflanzen sowie eine der größten in der Welt Kollektionen von Pflanzen der gemäßigten Zone von  Eurasien, die 1178 Arten zählt. Ein Bestandteil dieser Kollektion sind die seltenen und verschwindenden Gattungen, die in dem Gartenbereich "Seltene Pflanzen der Ukraine" zu sehen sind: 136 Pflanzen davon sind ins Rote Buch der Ukraine und  33 ins Rote Bücher von Russland, Weißrussland, Moldova, Kasachstan, Georgien und anderer Länder eingetragen.

Zum Bestand des Botanischen Gartens gehören 8 wissenschaftlicher Abteilungen. Hier hat seinen Sitz der Rat der botanischen Gärten und Dendrarien der Ukraine. Dieser Rat bestimmt die Hauptrichtungen der wissenschaftlichen Tätigkeit von botanischen Gärten und Dendrarien auf dem Territorium der Ukraine in Bezug auf Aufbewahrung von seltenen und verschwindenden Pflanzen und koordiniert ihre Aktivitäten hierfür. 

 

Geistige Heiligtümer von Sverinez

Die Besucher des Botanischen Gartens können hier nicht nur die Schönheiten der Natur bewundern und genießen, sоndern sich auch von Besuch der Wydubizky- und Jonah-Klöster geistig bereichern, die sich auf dem Gelände des Gartens befinden.  

Wydubizky-Kloster ist das zweitälteste in Kiew nach dem Höhlenkloster. Es wurde zwischen 1070 und 1077 von dem Fürsten Wsewolod Jaroslawitsch, dem Sohn von Jaroslaw dem Weisen gegründet und war zum Familienkloster dieser Dynastie geworden.

Es wird angenommen, dass dieses Kloster und die gleichnamige Umgebung „Wydubitschy“ diese Bezeichnung nach der alten Überlieferung über den Großfürsten Wladimir den Täufer erhielten, der den heidnischen Götzen Perun in den Fluss Dnepr stürzen ließ. Die dem sog. „Gott der Sonne“ ergebenen Heiden liefen dem Ufer entlang  und riefen auf: „Perun, tauche auf!“ (ukrainisches Verb „wydibaty“ bedeutet „auftauchen“).

Wydubizky-Kloster, Anfang des XIX.Jhs.  

 Die Stelle, wo der Götze Perun auftauchte und ans Ufer geschlagen werden sollte, war „Wydubitschy“ genannt worden. Späterhin entstand hier eine Mönchen- Einsiedelei und dann das Kloster. Die zweite Version des Namenursprungs bezieht sich auf den Flussübergang. Es ist genau bekannt, dass es noch vor der Christianisierung (988) unseres Volkes in dieser Ortschaft einen Flussübergang über Dnepr gab. Die Einheimischen führen in sog. „Duben“ hinüber (es geht hier und die Boote, die aus Eichenstämmen  ausgehöhlt wurden. Das Wort „Eiche“ bedeutet in Russisch „Dub“. In dieser Gegend war damals ein großer Eichenhain).   

In den ersten 120 Jahren seiner Existenz ist das Kloster zu einem der geistigen sowie weltlichen Zentren Kiews geworden. Hier führten die Fürsten die Verhandlungen, riefen ihre Regimenter zusammen, veranstalteten Gottesdienste vor den Feldzügen.

Im Kloster lebten und wirkten viele Gelehrten-Mönche. Unter ihnen waren Sylvester und Moses, die einen großen Beitrag  zum Schreiben des Werkes „Chronik der verflossenen Zeiten“ des Annalenschreibers Nestor geleistet hatten.

Das Kloster hatte die Invasion von Andrei Bogoljubsky und Khan Batiy überlebt, stand einige Male im Brand. Allerdings war es in den schweren Zeiten des Niederganges unserer Stadt allmählich in Verfall geraten worden. Seine Wiedergeburt erlebte das Heiligtum erst in XVII–XVIII. Jh., als die Heerführer und Mäzene dafür gespendet hatten.

  Blick auf Wydbizky-Kloster vom Botanischen Garten aus im Frühjahr.

Die ersten Bauten im Kloster waren aus dem Holz, die bis heute nicht erhalten sind. Das Kleinod des Klosters ist der echte altrussische Bau Kiews – die Erzengel-Michael-Kathedrale, die vom Gründer dieses Klosters dem Fürsten Wsewolod errichtet worden war. 

Ende des XII Jhs. wurde der Hügel, auf dem die Kirche stand, durch Dnepr-Gewässer unterspült und die Mönche entschieden eine Stützmauer zu errichten, die von dem hervorragenden altrussischen Ingenieur und Architekten Pjotr Miloneg 1199 entworfen wurde. Trotzdem erfolgte im XVI. Jh. Erdrutsch des Hügelteils, auf dem die Kirche stand, wodurch deren östliche Wand und teilweise nördliche und südliche Wände samt Apsiden  zusammenstürzten. Die Kirche ist im Jahre 1769 im Barockstil rekonstruiert worden.

Ab Ende des XVII. Jhs. entstehen im Kloster wunderbare Steinbauen: George-Fünfkuppekirche, Erlöser-Kirche und Refektorium. Der auf Kosten von Hetman Daniel Apostel 1727-33 errichtete Glockenturm wurde 1827-31 aufgestockt.

In der Sowjetzeit sind die Klosterbauten wiederholt in Verfall geraten. Deren größte Teil sollte nach der Initiative der Denkmalschutzgesellschaft 1981-85 restauriert werden. Einige Restaurierungsarbeiten werden auch heute vorgenommen, aber schon auf Kosten des Klosters.

Es gibt auf dem Gelände des Klosters eine Nekropole, wo viele hervorragenden Personen, Wissenschaftler, Künstler und   Gesellschaftsfunktionäre vorwiegend aus dem XIX. Jh. bestattet sind.  Die erhaltenen Grabsteine sind nur ein kleiner Teil dieses Panthéons, der im Zeitraum 1940-50 vernichtet wurde. Einige Grabstätte wurden in der Zeiten der Unabhängigkeit der Ukraine wiederhergestellt.

 

Hier sind beerdigt: Afanasjev Eugenij Iwanowitsch (1838-1897) – Internist, Doktor für Medizin, verdienter ordentlicher Professor der Kiewer Universität; Bez Wladimir Alexejewitsch (1834-1894) – Anatomarzt, Histologe, Pädagoge, Gesellschaftsfunktionär; Gansjuk Jakob Grigorjewitsch (1863-1918) – Generalmajor, Teilnehmer am russisch-japanischen (1904 -1905) und dem ersten Weltkrieg (1914-1918), Kommandeur der 1-en Division vom ersten Ukrainischen Korps, Chevalier de la croix de Saint-Georges, erschossen von Bolschewiki (Kommunisten); Leljawsky Nikolai Semenowitsch (1853-1905) – Wissenschaftler-Hydrotechnik; Nirod Fjodor Fjodorowitsch (1907-1996) – Theatermaler, Volksmaler der UdSSR. Uschinsky Konstantin Dmitrijewitsch (1824-1871) – Pädagoge, Gründer der einheimischen wissenschaftlichen Pädagogik und der Volksschule, Jaschwil Leo Michailowitsch (1772-1836) – Fürst, Held des Vaterländischen Krieges 1812, Artillerie-General, Chevalier de la croix de Saint-Georges, Träger des goldenen Degens; Jaschwil Barbara Alexejewna (1772-1833) – Fürstin, Gattin von Jaschwil Leo Michailowitsch; Solomka Pawel Stepanowitsch  – Ehrenbürger von Kiew, Sammler.

Es muss getrennt erwähnt werden, dass hier die Chanenkos beigesetzt sind. Chanenko Bogdan Iwanowitsch  (1849-1917) – Industrielle, Sammler, Mäzen, Archäologe, Ehrenmitglied der Petersburger Akademie der Künste, Gesellschaftsfunktionär. Die von ihm gesammelten Gemälde bildeten den Hauptbestand des heutigen Museums der Westlichen und Östlichen Kunst. Chanenko (Mädchenname Tereschtschenko) Barbara Nikolajewna(1848-1922) ist die Gattin von Bogdan Iwanowitsch.  

Vom Interesse ist auch der Grab von Kapzevitsch ((Mädchenname Prosorovskaja) Maria Petrowna (1787-1816) – Fürstin, Gattin  des Artillerie- Generals, Teilnehmers des Vaterländischen Krieges 1812 Kapzevitsch Pjotr Michailowitsch (1772-1840). Die Fürstin verstarb während der Geburt des Kindes. Schon viele Jahrzehnte Jahre hindurch existiert eine Tradition, dass die schwangeren Kiewerinnen auf ihren Grabstein die Blumen niederlegen und beten um die Ruhe ihrer Seele, glaubend dabei an die glückliche Vollziehung   ihrer eigenen Geburt.

Der berühmte ukrainische Nationaldichte Taras Schewtschenko träumte hier beerdigt zu werden, worüber er in seinem Gedicht „Testament“ erwähnt hatte. Es sind einige eingehenden Zeichnungen vom Kloster des XIX. Jhs erhalten geblieben, die vom Dichter gemalt wurden.

Das Kloster ist heute aktiv und gehört der Ukrainischen Orthodoxkirche des Kiewer Patriarchats. Auf dem Gelände des Klosters befinden sich eine Töpferei, eine Werkstatt für Weinrebeflechten sowie  ein Rehabilitationszentrum für die Suchtkranken. Einige Bauwerke werden teilweise restauriert.

 

Dreifaltigkeits- Jonah- Kloster

Unter den Klöstern, die in Kiew in der vorrevolutionären Zeit entstanden, ist dieses das jüngste. Ein hübsches Kirchengebäude sieht sehr behaglich inmitten  der Vegetation des Botanischen Gartens aus. Von hiesigen Hügeln aus eröffnet sich ein herrlicher Blick auf unseren wasserreichen Dnepr.   

 

Enkel des Großen Wladimir (Täufer), der Großfürst Wsewolod Jaroslawitsch ließ 1071 in dieser Ortschaft eine Kirche zu Ehren des Archistratigus Michael und etwas höher auf dem Berggipfel einen „Fürstenhof“ für sich errichten. In dieser Umgebung pflegte der Fürst Jagd auf die Wildtiere zu veranstalten. Davon stammt der Name dieser Gegend „Sverinez“ (Sver - Tier).

Sverinez-Berg ist einer der „heilig“ gesprochenen Berge in Kiew. Die Überlieferungen und Sagen von Einheimischen erzählten: über dem Berg sah man oft die hohen Feuersäulen bis zum Himmel. So ein Zeichen bedeutet üblicherweise die Entstehung eines Klosters vor Ort, das in der Zukunft sehr verehrt werden sollte.

 Dreifaltigkeits- Jonah-Kirche  

Diese Erscheinung erlebte auch der Mönch des Wydubezky-Kloster  Hieromonachos (Mönchpriester) Jonah, als er auf dem Sverinez-Berg 1860 ansiedelte. Er errichtete hier eine Mönchszelle und nahm unter seine geistige Fürsorge zwei Mönche - Illarion  und Gabriel. Am 1. März 1861, am Aufgang seiner Kelle stehend, sah er auf dem Sverinez-Berg Schein und Brand. Von Angst ergriffen, lief er hastig seine Brüder retten. Doch sich nähernd, bemerkte er, dass die Flamme ihnen keinen Schaden zugefügt hat: die Zelle war  unversehrt  und daneben in Feuersäule sah er die Gottesmutter. Muttergottes berührte seinen Kopf und verkündete: «Mein Segen verbleibt hier ewig. Beständig werde ich diesen Ort besuchen und viele werden gerettet. Viele kommen zu diesem Kloster, nimm jeden auf und verachte niemanden – jeder ist Gotteskind». Nach diesen Worten wurde die Muttergottes unsichtbar und auf dem Schnee  blieben die Spuren ihrer Füssen erhalten. Auf solche Weise erhielt der Pater Jonah den himmlischen Segen für die Gründung eines neuen Klosters. 

Ursprünglich existierte das erste Kloster als eine Einsiedelei beim Wydubezky-Kloster.  Im Jahre 1864 ist an der Stelle von Gottesmutter-Erscheinung ein zweistöckiges Holzhaus errichtet worden, wo die Dreifaltigkeitskirche untergebracht war.

Am 4. Mai 1864 war die Kirche vom Vorsteher des Wydubizky-Michael-Klosters Archimandrit Weniamin eingeweiht worden. Zu jener Zeit war die Frage der Gründung eines separaten Klosters mit den Schwierigkeiten sowohl des materiellen, als auch bürokratischen Charakters verbunden. Außerdem säkularisierte sich damalige Gesellschaft schnell und die nihilistische Einstellung  zur Religion wurde zur Mode.

 Die Angelegenheit setzte sich etwas durch, als die geistige Tochter von Pater Jonah die Fürstin Katherine Wasiltschikova, Gattin des Generalgouverneurs von Kiew die Schenkungsurkunde auf ihre Datsche zugunsten des zukünftigen Klosters ausfertigte und spendete 10000 Rubel für dessen Bau und Unterhalt.  Es gab doch einen Umstand, der eine entscheidende Rolle in dieser Angelegenheit spielte – die Stiftung des Klosters konnte nur  von Imperatoren genehmigt werden. Sich den Beistand des Metropoliten Filaret gesichert, fuhr die Fürstin Katherine Wasiltschikova nach Petersburg.  

In Sankt Petersburg leisteten dem Gesuch der Fürstin einen Widerstand eine Rehe von Hofleuten und den Vertretern der Kirche. Die ersten behaupteten, dass es in Kiew schon genügend Kloster gebe, die zweiten befürchteten die „Konkurrenz“ seitens Paters Jonah, der  verstand die Herzen und Seelen der wohlhabenden Gläubigen an sich zu gewinnen.

Und da hatten sich die „Geschichte“ und „Gottes Vorsehung“ in diese Angelegenheit eingemischt. Der vom Zank ermüdete Zar legte die Lösung dieser Frage für die „besten Zeiten“ zurück und begab sich in den Sommergarten zu spazieren. Gerade damals wurde hier der Mordanschlag auf Alexander II von Terroristen Karakozov verübt. Er hatte auf den Imperatoren aus nächster Nähe geschossen, doch die Kugel ist vorbeigeflogen. Der verblüffte Imperator kehrte schnellstens in den Palast zurück und sagte laut: „Na, meine Herrschaften, ob das Kloster nicht benötigt wird? Ich bin anderer Meinung und sehe eine „Gottes Vorsehung“ hier, weil die Gebete des neuen Klosters mich eben vom Tod und Russland von großer Erschütterung gerettet haben“. Er unterzeichnete sofort den Gesuch über die Stiftung des Klosters. Derselbe Erlaß des Imperatoren ernannte Jonah als Klostervorsteher.

1871 ist der Bau der Steinkirche vollendet und am nächsten Jahr der Hauptaltar zu Ehren der Dreifaltigkeit eingeweiht worden.

Den größten Beitrag in die Erweiterung des Klosters hatte immerhin die Fürstin Katherine Wasiltschikova geleistet. Außer dem geschenkten Grundstück in der Ortschaft Sverinez, übergab sie in 60-er Jahren des XIX. Jhs. dem Kloster  ihr Landgut  im Stadtteil Syrez. Nach dem Segen  des hochwürdigen Jonah wurde dort Znamenskiy-Kathedrale errichtet und  entstand die gleichnamige Nonneneinsiedelei. Zu Ehren der großzügiger Fürstin Wasiltschikova erhielt diese Einsiedelei ihren Namen - Wasiltschikova`s Datsche.

Der Einfluss des hochwürdigen Jonah verbreitete sich weit außerhalb der Klostermauer. Jährlich besuchten das Kloster, welches im Volksmunde „Kloster des Vaters  Jonah“ genannt wurde, über 500000 Pilger. Über die Heilkraft der Gebete von Jonah waren viele Sagen im Umlauf. Zum Ende des XIX. Jhs. belegte das Heilige Dreifaltigkeitskloster einen markanten Platz  unter den Klostern nicht nur der Kiewer Eparchie. Viele staunten über die weise Geschäftigkeit und Sorgsamkeit seines Vorstehers,  seine Fähigkeit die großzügigen Spenden zugunsten des Klosters erwirken zu können. Gleichzeitig kennzeichnete sich der Greis durch seine besondere Wirtschaftlichkeit  und Bescheidenheit in Lebensweise.

Der hochwürdige Jonah hatte über 100 Jahre gelebt. Er verstarb am Vorabend zu Weihnachten 1902 und wurde schon am Leben berühmt und als heilig gesprochener Gerechte ernannt. Zum Zeitpunkt seines Todes war der Bau des Glockenturmes noch nicht vollendet, welchen er beabsichtigte höher als der im Höhlenkloster zu errichten.

Dieses unrealisierte Projekt stammte von frommer Schwäche des Greises  - er schwärmte für Glockengeläute. Er träumte im eigenen Kloster einen grandiosen Glockenturm errichten zu können.  Der Architekt W. Nikolajew hatte ein Bauprojekt hierfür erarbeitet. Nach diesem Bauprojekt sollte der Glockenturm der höchste Turmbau im russischen Imperium werden: 110 m hoch (Höhe des Glockenturmes im Höhlenkloster ist über 97m).  Als eine Gabe erhielt der Klostervorsteher Jonah von einem Moskauer Kaufmann eine 350-pudschwere Glocke  (1 Pud = über 16 kg), die einem provisorischen Holzglockenturm untergebracht wurde. Nach dem Jonahs Ableben dauerte der Bau des Steinglockenturmes zwei Jahre lang. Doch die Mönche des Höhenklosters bestanden auf eigener Priorität: der Bau des „Konkurrenzglockenturmes“ wurde behindert und kurz vor Beginn des Ersten Weltkriegs hörte überhaupt auf.

Die Klosterbauten sind durch die Explosionen der Artilleriemunitionslager im Sommer 1918 sehr stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Niemand weiß genau, ob es durch jemandes Fahrlässigkeit oder eine Diversion zu erklären ist. In die Geschichte des Klosters kamen die trüben Zeiten. Die Sowjetmacht hatte hier einen Jugendwerkhof für die jungen Verbrecher untergebracht und das Kloster wurde geschlossen. Ein Jahr später wurde ein Beschluss gefasst, der das Anlegen des Botanischen Gartens der Akademie der Wissenschaften direkt auf dem Territorium des Klosters vorsah.

Die Gottesdienste in der Kathedrale des Klosters wurden erst in 1990-er Jahren wiederaufgenommen. Im Jahre 1996 wurde Pater Jonah offiziell heilig gesprochen. Dank Gottes Vorsehung ist sogar der provisorische mehr als hundertjährige Holzglockenturm heil geblieben: über Alleen des Botanischen Gartens  ertönen die Glockengeläute!  Das Kloster vergisst die fromme Leidenschaft seines Gründers nicht und ruft die alten Traditionen der Glockenkunst ins Leben zurück.