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Mittwoch, 14 November 2018

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Artikel > Denkmal für die Stadtgründer

Von Denkmal aus bietet sich eine herrliche Aussicht auf Dnepr

Inessa BLUM, Journalistin
Extra für «Prime Excursion Bureau»

Kiew hat viele Symbole – von heiliger Sophien-Kathedrale und Andreas-Kirche bis zum Glockenturm des Höhlenklosters und Monument Mutter-Heimat. Schon seit drei Jahrzehnten ist diese Liste durch die sog. „Ladja“ (Benennung eines kleineren Kampfschiffes im alten Russland) erweitert: Denkmal für Stadtgründer, Brüder Kij, Stschek, Choriv und ihre Schwester Lybid. Dieses Denkmal bezieht sich nicht nur auf die uralte Legende, es hat auch eine Sonderbedeutung: so sehr haben es die  Neuvermählten lieb gewonnen. Schon viele Jahre hindurch  werfen sie in „Ladja“ die Blumensträuße  mit dem Rücken  zum Denkmal stehend. Sind die Blumen drin geraten – soll die Ehe glücklich und lang sein. Aus Achtung zu dieser Tradition und deren Fortsetzung „blühte“ neulich in der Nähe von „Ladja“ ein „Baum der Liebe“ auf, der mit bunten Streifchen verziert ist, wodurch der örtliche Park  noch mehr romantisch wurde.  

 Sage über Kij

Zunächst war das Wort… Das Wort des Annalenschreibers, der  mehr als tausend Jahre zuvor die Legende über die Gründung unserer Stadt Kiew schrieb. Und da brach in russischen Chroniken der erste wissenschaftlich-historische Streit aus,  der offensichtlich den unausgesprochenen politischen  Sinn trug. Die Nowgoroder Chronikschreiber hielten die Gründung Kiews „lediglich“ für Jahr 854, wodurch   es sogar nicht zum Altergenossen, sondern zum „jüngsten Bruder“ von Groß-Nowgorod gleichsetzen worden war. Den Fürsten Kij selbst erklärten sie für einen bloßen Jäger oder einen Dnepr-Fährmann – als ob es überhaupt keinen Fürsten gäbe! Die Kiewer „PR-Aufklärer“ damaliger Zeit blieben hingegen nichts schuldig und entwickelten auf den Seiten der einheimischen Chroniksammlung eine ganze Theorie. Die erste Antwort auf den „feindlichen Anspruch“  wurde auf pathetische Weise vom Gründer der Chroniksammlung im Jahre 1093 gefasst: „So wie im Altertum der Zar Rom (Romul) war und ihm zu Ehren entstand die Rom. Auf gleiche Weise entstanden die Städte Antiochia/Antiochius zu Ehren Antiochy und Alexandria zu Ehren Alexander  Makedonsky. In vielen Ländern wurden die Städte zu Ehren der Zaren und Großfürsten genannt. Auch in unserem Land erhielt die Große Stadt Kiew den Namen des Fürsten Kij“.    

 Zwei Jahrzehnte später „untersuchte die Archive“ der berühmte Annalenschreiber Nestor mit dem Vorhaben die genauen Angaben über Kij herauszufinden. Es schien, dass die „Propaganda aus Norden“ den Nachfolgern des Großfürsten Jaroslaw des Weisen keine Ruhe ließ, für welche wichtig war  den Status der Stadt als der echten bzw. tatsächlichen Hauptstadt von Rus zu genehmigen, welche nicht von einem „einfachen, unprivilegierten“ Menschen, sondern einem Fürsten gegründet worden wäre. Als Ergebnis der „historischen Erforschung“ von Nestor erfolgt nachstehend folgendes Aufschreiben:

„Wenn Kij ein Fährmann wäre, - schrieb Nestor, - könnte er nicht nach Zargrad fahren. Er war doch der Fürst seines Stammes und besuchte den Imperator, dessen Name uns unbekannt bleibt.  Wir wissen eigentlich, dass dieser Imperator dem Fürsten Kij gegenüber eine große Ehre  erwies. Auf der Rückfahrt ließ Kij in einer ihm an Donau gefallenen Ortschaft eine Siedlung errichten, wo er sich mit seinem Stamm zu niederlassen beabsichtigte. Das einheimische Volk leistete ab und zu einen Widertand. Bis heute nennen die Einheimischen diesen Ort als „Kijevez-Siedlung“. Fürst Kij kehrte mit der Zeit in seine Stadt Kiew zurück, wo er verstarb... Nach dem Tod von Kij und seiner Brüder regierte weiterhin im Lande des Poljanen- Stammes seine Dynastie“.    

Nestor hatte den Namen des Imperators, bei dem der Stadtgründer gastierte, nicht erwähnt (bekannt gegeben). Die Stadt wurde doch dadurch nicht „jünger“: in Bezug auf die archäologischen Angaben stellten  die Historiker schon im XIX und XX Jahrhundert fest, dass es auf den Kiewer Bergen des rechten Dnepr- Ufers die Niederlassungen gab und der aktive Handel seit der Regentschaft des römischen Imperators Trajan  (98-117 nach Chr.) geführt worden war. Als die Slawen im V. Jahrhundert aus der Wald- und Waldsteppen-Zone nach Balkan auswanderten, benutzten sie die herkömmlichen Wasserwege, welche damals die bequemsten waren.  Herrscher, der die mächtige Dnepr- Ufergegend südlich von der Mündung des Flusses Desna im Besitz hatte, war Herr der Lage auf dem Riesenterritorium des Dnepr- Stromgebietes. So entstand und erstarkte das Poljanen- Stammzentrum. Wie war der Name des Fürsten, welcher einen der Hügel mit der Holzfestung umgeben ließ, werden wir kaum genau erfahren. Es ist ganz möglich, dass es hier um drei Herrscher von Festungen auf den Nachbarschaftshügeln gehen könnte. Und ist nicht ausgeschlossen, dass sie die Brüder wären. Ihre vermutliche Schwester Lybid konnte auch existieren. Der romantische Name des Kiewer Hauptnebenflusses von Dnepr bezieht sich zweifellos auf den Vergleich einer schönen Jungfrau mit dem Schwan (Lybid).

Kij, Stschek, Choriv und ihre Schwester Lybid

 Schwebende Lybidvon Wassily Borodai

Als damalige Macht die Entscheidung traf 1982 mit Pomp den 1500- Jahrestag von Kiew zu begehen, erwarb unsere Stadt zu diesem Datum eine Menge von Sehenswürdigkeiten, ohne welche sich jetzt die Hauptstadt kaum vorstellen lässt. Z.B., das originaltreu wiederhergestellte Goldene Tor. Nach dem ursprünglichen Vorhaben sollte das zum Jubiläum geschaffene „Ladja“ auf der Spitze des Pylonen von Moskauer Brücke aufgestellt werden, welche im nördlichen Stadtteil die neuen Wohnbezirke verbindet. Es stellte sich doch heraus, dass die Komposition auf der Spitze des gewaltigen, 100m-hohen Pylonen unauffällig aussehen und durch evtl. starke Windbelastungen gefährdet werden könnte. Deshalb entschied man dieses Denkmal „zu Lande“ aufzustellen. Ein kleiner gemütlicher Park zu Füßen der südlichen Dnepr- Abhänge  am Kai des Flusses war hierfür   die beste Stelle.

 In herrlichen Mai-Tagen 1982 entstand im Park (damals trug es den Namen des Revolutionärs Pjatakow) das Denkmal mit vier Gestalten aus Pressmessing, welche die legendären Gründer unserer Stadt symbolisieren. Zu Fuße dieser Komposition ist ein Wasserbecken mit Springbrunnen. Auf dem gleichen Gelände des Denkmals befindet sich ein symbolischer Granitstein mit dem Auszug aus der Annalen, der in altrussischer Schrift  über die Gründung Kiews erzählt. Die Autoren der Komposition sind der Bildhauer Wassily Boroday und der Architekt Nikolai Feshchenko. Der offizielle Name des Denkmals ist übrigens „Schwebende Lybid“.

 

Jetzt ist die höchste Zeit über den Menschen zu erzählen, der uns dieses Monument geschenkt hatte. Wassily Boroday (1917-2010) – der „Vater“ des Monuments, arbeitete in seinem langen Leben viel und fruchtbar. Er stammte aus der Stadt Dnepropetrovsk (damals Ekaterinoslav), Sohn des Briefträgers, 1936 wurde in eine Kunstschule aufgenommen.  Erhielt Diplom mit Auszeichnung, was ihm berechtigte in die Lenigrader (Sankt Petersburg) Akademie der Künste immatrikuliert zu werden.  Das Studium hier wurde doch durch den Krieg unterbrochen. Im Krieg kommandierte er eine Aufklärungskompanie. Aus der Front als Oberleutnant zurückkehrend, wurde er Student  der Kiewer Kunstuniversität. Damals gab es viele solcher 30-jährigen Frontkämpfer, die zu Studenten  der friedlichen Berufe wurden. Im Alter von 36 Jahren hatte er sein Diplom abgelegt.

Die Gestalt/Skulptur von „Lybid“ hatte Wassily Boroday nach seiner Tochter Galina modelliert, die eine talentvolle Malerin war, verstarb leider im ganz jungen Alter. Seinen Kummer und Schmerz verkörperte er in der Gestalt von schöner Fürstin, dadurch das Gedenken an seine Tochter verewigend… Mag sein, dass   diese  durch Leiden des Bildhauers erlangende Lieblingsskulptur dank seiner Liebe in einer frostigen Februarnacht heil geblieben war…

Boroday war Vorsitzende des Nationalen Bundes der Maler der Ukraine  fast 20 Jahre, leitete das Studio in der Nationalakademie der bildenden Künste und Architektur. Als seine markanteste Komposition gilt die berühmte Statue Mutter-Heimat im Museumskomplex des Zweiten Weltkrieges. Durch die Vollendung dieses Monumentes verwirklichte er die Idee des genialen Bildhauers Eugenie Vuchechich. Auch andere Meisterwerke von Boroday sind in der Hauptstadt bekannt und erkennbar - Denkmal für Rotgardisten Stschors im Schevtschenko-Boulevard, Denkmal für hervorragende ukrainische Dichterin Lesja Ukrainka im Marijinsky-Park. Auch sein Denkmal für ukrainischen Nationaldichter Taras Schevtschenko steht in New York.

Wie typisch für damalige Zeiten war, wurde auch „Ladja“ in Eile und Hast gebaut, um zum Jubiläum der Stadt 1982 zurechtzukommen. Dadurch erwiesen sich mit der Zeit die entsprechenden Mangel dieser Schöpfung. Die Gestalten der Fürsten sind aus Kupfer und nicht aus Messing, wie der Bildhauer vorsah, angefertigt und dann mit Glasbeton gefüllt. Nur die Gestalt von „Lybid“ ist hohl geblieben. All dies hatte das dramatische Ereignis vorbestimmt, das mit dem Denkmal im rauen Winter 2010 passiert hatte. In der Nacht von 23. zu 24.Februar stürzten die Skulpturen von Stschek und Choriv samt einem Bootsstück ein. Die Gestalt von Kij  ist durch ein Wunder stehen geblieben. Beton hielt den Frösten nicht stand. Wassily Boroday, der schon 94 Jahre alt war, hatte leider die Wiederherstellung seiner Schöpfung nicht erlebt — sein Herz hat 55 Tage später aufgehört zu schlagen…

Denkmal der Liebe     

 Nawodnizky-Park, wo „Ladja“ steht, kennzeichnet sich nicht nur durch dieses Denkmal. Seine Fläche nimmt ca. 11 ha ein. Es gibt hier sog. „runden Tisch“, der mit hohen grünen Wänden aus Pyramidenpappeln umgeben ist und im dessen Zentrum befindet sich ein Beet aus Nadelnpflanzen.  Die Landschaftsdesigner der 1980-er hatten tüchtig daran gearbeitet.

Lassen wir und durch den Park etwas spazieren. Vor kurzem entstand hier eine Holzkirche zu Ehren des Großfürsten Wladimir und gleich daneben ist ein großes weißes Kreuz einer ungewöhnlichen Form aufgestellt worden. Im Jahre 2005 wurde im Park die UNO-Allee angelegt, die dem 60-en Jahrestag der Gründung dieser Organisation gewidmet ist. Darauf zeigt ein Gedenkzeichen.

 Noch eine Sehenswürdigkeit in diesem Park verdient unsere Aufmerksamkeit – „Baum des Glücks“, das zu einer Art Ergänzung zum „Hochzeitsruf“ von „Ladja“ wurde. An den Zweigen dieses netten Baumes hängen die Blätter und  Äpfel. Ist nicht ausgeschlossen, dass es eine spaßhafte Andeutung des Autors auf den „Baum der Erkenntnis von Gut und Böse“ sei. Jedenfalls befolgen die Neuvermählten ganz gewissenhaft das rührende  Ritual: zuerst binden sie um den Baum einen Streifen, dann fassen ein Blatterchen an, als Zeichen eines glücklichen Familienlebens und anschließend - die Frucht, damit die Früchte ihrer Liebe – Kinder gesund und glücklich  großgezogen würden.

Von hier aus eröffnet sich ein herrlicher Blick auf den ewigen Fluss Dnepr…

Juni 2011

 

 

 

 

Prime Excursion Bureau lädt Sie zur Stadtrundfahrt „Kiew- Hauptstadt der Ukraine“ ein. Während der Stadtbesichtigung werden Sie mit zahlreichen historischen Sehenswürdigkeiten sowie dem Denkmal für Stadtgründer vertraut gemacht.