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Mittwoch, 19 Januar 2022

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Wochenendetouren > Hetman´s Hauptstadt Baturin

Palast von Hetman K. Rasumovsky (Entwurf von Charles Cameron), Stadt Baturyn, Tschernigower Gebiet

Hetman K.Rosumovsky.

Haus des Generalrichters Kotschubey, Baturin, Tschernigower Gebiet

 Stadt Baturin – zweimalige Residenz der ukrainischen Hetmans* – war in der „goldenen Zeit“ des Hetmantums (1669 -1708) die Hetmans-Residenz der Region der Ukraine auf dem linken Dnepr-Ufer während der Regierungszeiten von Hetmans D. Mnogogreschny, I. Samoilowitsch, I. Masepa und 1750-64 vom letzten Hetman K. Razumovsky.   

* Das Wort Hetman ist das entstellte deutsche „Hauptmann“. Es war Titel des Anführers der ukrainischen Kosakeneineinheiten.  

Die Hauptstadt von vier Hetmans wurde zum Zeuge der politischen Intrigen, Liebesdramen und militärischen Tragödien.  Hier entbrannte in Leidenschaft Iwan Masepa zu Marie Kotschubey, hier sind die Briefe von Wassily Kotschubey an den Peter I geschrieben worden, hier fand die blutige Rache über Baturin statt, wodurch nur die Ruinen über 300 Jahre an den Rum dieser mutigen Stadt erinnert hatten.

Die 1708 niedergebrannte und barbarisch zerstörte Stadt wird heute in ihrer früheren Majestät wiederhergestellt. Die Festung, Hetmans- Palast und die Christi- Auferstehungskirche sind schon wiederaufgebaut. Baturin wurde zu einem der populärsten Touristenzentren  in der Ukraine.

Auf dem Besichtigungsprogramm stehen: Palast von Hetman Rasumovsky (Architekt Charles Cameron, der den berühmten Zarenhof vor Sankt Petersburg gebaut hatte), Christi- Auferstehungskirche mit der Gruft von K. Rasumovsky, Wohnhaus des Generalrichters Kotschubey, das moderne archäologische Museum.

Unterwegs nach Baturin fährt man an dem Gutshaus des bekannten ukrainischen Schriftstellers Panteleimon Kulisch vorbei (Siedlung Motroniwka). Er war Klassiker der ukrainischen Literatur.  

Siedlung Motroniwka hat eine besondere Spur auf dem Lebensweg von Kulisch hinterlassen. Am 5. Februar 1847 ließ er sich in der örtlichen Christi- Auferstehungskirche mit Anna Barwinok trauen. Übrigens, als der älteste Bojar während ihrer Hochzeit war Taras Schewtschenko. Gerade hier in Motroniwka entstand bei ihm die Idee den ersten ukrainischen historischen Roman „Der schwarze Rat“ zu schreiben. Hier hat er einen wunderbaren Garten gepflanzt, träumte über ideale Landwirtschaft, übersetzte die Werke von Puschkin, Mickiewicz, Byron, Heine, Shakespeare…  Das Museum des Schriftstellers ist eines der modernsten in der Ukraine, wo es behaglich tut zu weilen und das Kolorit der echten ukrainischen Provinz genießen zu können.

 

Organisatorische Fragen: 

  • Dauer der Führung samt Hin-und Rückfahrt:   ca. 12 Stunden
  • Zu Ihrer Verfügung: Guides- Dolmetscher (Lizenz, höchste Qualität, Sprachen: Deutsch, Englisch).
  • INDIVIDUELLE FÜHRUNGEN: nach Ihrer Anfrage - jederzeit im beliebigen Transportmittel (2,5,17,22,30,45 Plätze). 

Festung in Baturin, Tschernigower Gebiet.

Palast in Baturin. (Maler Leo Lagorio, 1853).

Iwan Masepa und Matrone Kotschubey.

 


Natalija Rebrova

Direktorin der Nationalen historisch-kulturellen Pflegestätte „Hetmans Hauptstadt“ Frau Natalija REBROVA:

„UNSER BATURIN IST EIGENSTÄNDIGES  SYMBOL DER NATION“

 Ruhmreich ist Tschernigower Land. Es gibt hier unvergängliche Heiligtümer, helle Legenden, bei deren Wiedergeburt erwachte die ukrainische Nation. Unter diesen sind vor allem die unruhige Ortschaft Kruty und monumentale Stadt Baturin zu erwähnen. Hetmans Hauptstadt, Heiligkeit des Kosakentums ist mit den Namen vieler Hetmane verbunden – von Demjan Mnogogreschny bis Kirill Razumovssky. Unter ihnen ist besonders die Person von Ivan Mazepa hervorzuheben.  Ritter des Geistes, hoch ausgebildeter Mensch mit Kenntnissen von sieben Sprachen, berühmt und durch Geheimnisse und Licht der Liebe umhüllt, die als Morgenrot durch Jahrhunderte strahlen. Mag das Werk „Poltawa“ von Puschkin eine lange Zeit uns die Mauern aufgebaut haben, um   zu unserer echten Geschichte nicht herantreten zu können,  drang dennoch die Wahrheit durch den Sand der Verschweigungen und offenbarte sich den Nachkommen.

Viele Epochen wechselten sich seit jener Zeit. Was machen denn diese Jahre für die Ewigkeit aus, für die, wer schon drin verbleibt und seinerzeit genau wusste: Wahrheit ist immer neben Menschen anwesend und sie finden sie unbedingt. Eine bittere Ernte hat das Volk, dessen niedergetretenen Helden keinen Platz in den Herzen von denen finden, für die sie ihre Leben geopfert hatten. Und wenn man heute oft auf der Suche nach ukrainischen Heiligtümern solche nicht findet, muss man sich an Tausende echten Ukrainer zurück erinnern, deren Namen aus der ukrainischen Geschichte „ausgerottet“ wurden.

Die blutige Tragödie von Baturin ertönte als herzzerreißendes Geschrei eine längere Zeit über Ukraine.  Über 14000 Seelen von den barbarisch ermordeten Frauen, kleinen Kindern, Säuglingen und Greisen klopften an unsere Herzen… In 90-er haben ukrainische Patrioten die ruhmreichen Seiten der Kosakengeschichte mit dem Zentrum des Kosakentums Baturin  wieder aufgelebt.  

Am 12. Juni wird schon das Kosakenfest offiziell mit feierlichen Kosakenzügen, Ausstellungen von Volksmeistern, Kosakenspielereien, Veranstaltungen für die Kinder usw. gefeiert.  Selbst die Stadt Baturin ist heute keine „Ruine“ sondern wiedergeborene Geschichte mit dem Palast vom Hetman Razumovsky, Zitadelle, rekonstruierten Kirchen, Kotschubey-Haus, Denkmälern und  dem Andenken.  

 Um all das schaffen zu können, sollte man gewiss die Hände und Seelen anlegen. Gerade darüber ist das nachstehende Gespräch mit der Direktorin der Nationalen historisch-kulturellen Pflegestätte Frau Natalija REBROVA.

Frau Natalija, das wiedergeborene Baturin ist einfach eine unglaubliche Erscheinung. Aus den historischen Trümmern der sowjetischen Epoche 90-er Jahren des vorigen Jahrhunderts  erstand heute eine unsterbliche Gedenkstätte. Museumsstadt – anders kann man das nicht nennen...

— Um all dies zu sehen, haben wir für die Besucher und Gäste unserer Stadt verschiedene thematischen Touren geschaffen. Und sie sind ohne Übertreibung – eine besser als die andere. Das ist nicht unsere Einschätzung als Autoren des Projektes, sondern unserer Gäste. So nehmen wir z.B., die längste Tour „Altes Baturin“: diese macht die Stadtgäste mit dem Wohnhaus des Generalrichters Vasily Kotschubey, Mahnmal für die Tragödie-Opfer in Baturin, Auferstehungskirche,  Schloss- und Parkkomplex von Kirill Razumovsky vertraut, dabei ist auch die Ortschaft Gontscharovka -  Landresidenz von Ivan Mazepa sehenswert. Von Interesse sind auch weitere Routen, wie „Architektonische Denkmäler von Baturin“, „Goldener Herbst von Kirill Razumovsky“, „Hetman Ivan Mazepa“, „Pjotr Prokopovitsch – hervorragender Bienenzüchter“, „Park von Kotschubey“, „St. Nikolaus-Krupitsky-Kloster“, „Haus des Generalrichters V. Kotschubey“.

Unter  all diesen Sehenswürdigkeiten tut sich bestimmt  der echte „Brillant“ – Palast von Kirill Razumovsky mit dessen Parkensemble hervor...

— Ich denke, dass die Leser eine kurze Führung durch  den Palast gerne mitmachen würden. Denn ein echtes architektonisches Wunder tatsächlich aus den Ruinen entstanden ist, welches ich mit Recht als Symbol von Baturin nennen würde. Hierfür muss ich sagen, dass unser Palast nicht einmal auferstanden war.  Zum ersten Mal als er auf den architektonischen Zeichnungen des führenden Architekten damaliger Zeit  Charles Cameron entstand. Bekanntlich ist, dass Kirill Razumovsky die letzten Jahre seines Lebens in Baturin verbrachte. Der Palast wurde vier Jahre lang vor dem Tod des letzten ukrainischen Hetmans gebaut. Nach seinem Ableben ist das Meisterwerk der Architektur ohne  dessen Besitzer geblieben. Der Sohn von Kirill Razumovsky lebte damals in Wien. Er hatte keine Zeit für das Landgut zu sorgen und allmählich in geriet es Verfall. Dies dauerte bis Anfang des XX. Jahrhunderts, solange der Nachkomme des Hetmans Kamil Razumovsky aus Wien kam und begann sich mit der Restaurierung des Palastes  zu beschäftigen. Der Palast versuchte man auch in 60-80-er Jahren der Sowjetzeit zu restaurieren, aber ohne besondere Ergebnisse.  

Und er war lange Zeit als schöne Trümmer von  Autobahn aus zu erblicken...

— bis 2003 mit dem neuen modernen Wiederaufbau angefangen wurde. Ein komplettes Programm wurde von der Regierung genehmigt. Der Ex-Präsident der Ukraine Viktor Juschtschenko sorgte  besonders nicht nur für die Wiederherstellung des Palastes, sondern auch für die Wiedergeburt von Baturin. Die Arbeiten dauerten bis 2009. Mittlerweile verkehren wir mit den Nachkommen von Razumovsky, die nach wie vor in Wien leben. Ihre erste Visite fand 1998 statt, als Alexander und Maria Razumovsky bei uns eintrafen. 2004 brachte Alexander seine ganze Familie nach Baturin mit: den Sohn Andrei, Gattin  Charlotte, Schwiegertochter und ihre Eltern. Im Jahre 2008 weilten hier die Kinder von Alexander – Andrei und Tatjana. Andrei übrigens ist seinem Urvater Kirill sehr ähnlich. Auch der Neffe  von Alexander Grigory ist hier gewesen.

Erstaunlich ist, dass alle die slawischen Vornamen haben...

— Äußerst charismatischer Alexander lächelte einst darauf antwortete: „Heinrich Razumovsky würde es bestimmt etwas widersinnig klingen“.

Diese Fotos hier zeigen die Einweihung des Palastes am 22. August 2009. Man kann sagen, dass zu einem landesweiten Ereignis wurde. Bemerkenswert  ist die Tatsache, dass schon am 23. August hier eine lange Schlange von Besuchern und Gästen stand. Täglich kamen hier ca. 2000 Menschen.

Die Palasträume erinnern uns an die, welche man in Vororten von Sankt-Petersburg bewundert, wie in Pavlovsk, Peterhof…   

— Am 18. März wird im Familiensaal der Geburtstag von Kirill Razumovsky begangen.  Hier sind die Porträts der ganzen großen Familie ausgehängt: von Natalija Razumovskaja, ihrem älteren Sohn Alexei, Imperatorin Elizaveta (Elizabeth), Katherina Narischkina – Gattin, die ihm elf Kinder geboren hatte... Als Grigori Razumovsky zum Eröffnung des neuen Palastes eingetroffen war, brachte er für Museum einen Säbel mit, der dem Hetman Kirill gehörte und angeblich für das Geschenk von Imperatorin  Elizabeth gegolten wird. Und auf diesem Foto sehen Sie Leo Razumovsky, der zum Prototyp von Pierre Bezukhov im Roman „Krieg und Frieden“ von Leo Tolstoi wurde.  

Der Flügel im Salon gehörte auch der Familie Razumovsky?

— Nein, aber er stammt aus dem XIX. Jahrhundert und ist Fabrikat einer Wiener Firma. Er ist bestimmt ein Schmuckstück dieses Saals.  Unsere Mitarbeiter, die die Führungen machen, setzen sich oft an Musikinstrument und spielen die Musikstücke, welche spwieso mit Rozumovskys verbunden sind.

 Ein Museum im Palast zu schaffen scheint es nicht einfach zu sein. Wie haben Sie das geschafft?

— Wir sind vielen Museumskollegen sehr dankbar, die uns dabei viel geholfen haben. Denn unsere eigene Kollektion sehr bescheiden ist. Einen aufrichtigen Dank bezeigen wir dem 84-jährigen Generaldirektor von Lwover Kunstgalerie, Helden der Ukraine Boris Woznizky, der ein junges Herz und großzügige Seele hat und immer hilfsbereit ist. Die Lwover Kollegen haben eine Menge von werten Gegenständen für ständige und  provisorische Aufbewahrung unserem Museum übergeben. Darunter sind die Porträts von polnischen Königen, das Porträt der Imperatorin Katharina II, das dem Pinsel des namhaften Malers Alexei Antropov gehört. Hier ist der sog. Hetmanssaal. An den Wänden hängen die  Porträts der ukrainischen Hetmans, welche wir, wie auch andere Exponate, dank Unterstützung des Vorsitzenden der staatlichen Gebietsadministration Herrn Wladimir Chomenko und dem Wohltätigkeitsfond „Tschernigivschtschina“ (dessen Leiter ist der bekannte Historiker Herr Alexander Kovalenko) erworben haben.  

 Es gab im Palast eine eigene Kapelle?

— Wissen Sie, die Dokumentationen über die Zweckbestimmung der Palasträume sind nicht viel erhalten. Wir wissen eigentlich, dass es eine Kapelle gab. Wir haben alle Varianten durchgedacht, und haben diese in einem dafür mehr geeigneten Saal untergebracht. Alle hier vorhandenen Exponate wurden uns auch aus Lwov übergeben: Ikonenwand, Ikone von St. Barbara, die als Schützerin der Stadt Baturin seit Ivan Mazepa-Zeiten galt. Ihre Reliquien sollten damals im St. Nikolaus-Krupitsky-Kloster aufbewahrt werden. Deshalb hat auch die Kapelle ihren Namen. Sie wurde am Tag der feierlichen Eröffnung des Palastes selbst vom  Patriarchen der ukrainische Orthodoxkirche Kiewer Patriarchats Filaret eingeweiht. Er hat auch unserer Kirche ein Reliquienstück übergeben. Ab und zu werden hier Gottesdienste abgehalten. Hier finden regelmäßig samstags und sonntags die Hochzeittrauungen statt. Auch die Brautpaare aus Kiew treffen hier ein, um sich kirchlich trauen lassen. Diese Tatsache ist auch für die zahlreichen Touristen sehr interessant.

Tausende Rosen um Palast herum. Die Blumen auch drin... Schönheit und Zartheit. Dadurch ist der Palast eher einem Landgut als dem Museum ähnlich, wo seine Besitzer noch wohnen, nicht wahr?

— Ja, ursprünglich fehlte es etwas ringsum Palastes. Und wir kauften tausende von Rosenbüschen. Die Zimmerpflanzen erwarben wir für die Prämie  von 2009 -  der Palast wurde in diesem Jahr als „Ereignis des Jahres“ erklärt, wofür unser Museum mit 15.000 Hryvna ausgezeichnet wurde.  Die Blumentöpfe sehen so aus, als ob sie hier seit alter Zeiten stehen...

 

Mit welcher Musik werden wir empfangen?  

— Wir sind jetzt im Hetmas-Saal und uns begrüßt die fünfte Symphonie von Beethoven. Dieser geniale Komponist hat sie Andrei Razumovsky gewidmet, wie auch die sechste Symphonie… In diesem Saal sehen Sie als Dekor das Wappen von Baturin. Die wunderbaren Kronleuchter sind die originaltreuen Kopien von denen, welche nach dem Projekt von Cameron angefertigt wurden und heute im Pawlovsk-Palast vor Sankt-Petersburg vorhanden sind.

 Und da ist Kabinett von Kirill Razumovsky. Der Tisch stammt aus jener Zeit, gehörte eigentlich dem bekannten Bienenzüchter Pjotr Prokopowitsch. Und hier ist die Bibliothek. Der Schrank mit Folianten ist älter, als selbst der Palast. Die Büchersammlung hat uns die wissenschaftliche Korolenko-Bibliothek aus der Stadt Tschernigov  geschenkt. Wir pflegen die Kooperation auch mit privaten Sammlern. Weiter ist ein kleines Zimmer – eine Art „Heimsitz“. Kirill Razumovsky vergaß nie  wer und woher er ist. Er hatte bei sich immer einige Sachen, die er seit Kindheit bewahrte.  Darunter die Bauernkleidung, in welcher der 14-jährige Junge nach Sankt-Petersburg gebracht worden war. Der Antiksaal mit dem interessanten griechischen Dekor wurde als Paradespeiseraum benutzt.  Die wunderbaren Kerzenständer auf dem Tisch stammen aus einer Privatkollektion. Und das Porträt von Ivan Mazepa ist das Werk des Kiewer Malers Andrei Gontschar – Sohnes der berühmten ukrainischen Volkssängerin Nina Matvijenko.  

 

Wir setzen unser Interview  im dritten Stock im kleinen Speiseraum fort, sitzen am alten Tisch und spüren dadurch die Atmosphäre der  damaligen Epoche.

 

Also, Frau Natalija, diese unter dem Denkmalschutz stehende Ortschaft funktioniert als touristische Objekt seit...

—  1994. Im Jahre 2002 wurde das bedeutsame Programm gefasst. Doch nur die größten Optimisten glaubten daran, dass es realisiert wird. 2003 wurde es mit globalen Arbeiten angefangen. Als das erste wurde das Haus von Kotschubey restauriert. 2009 wurde das archäologische Museum neben der schon wiederhergestellten Zitadelle geöffnet. Diese ganze Zeit rekonstruierte man den Palast und zwei Flügel. Einer war von Kirill Razumovsky als Gästeraum (es war für Razumovskys üblich, dass am Tisch wenigstens 50 Personen saßen. Hetman war sehr gastfreundlicher Mensch), der andere für Dienstpersonal vorgesehen.  Wir beabsichtigen heute in einem Flügel ein kleines Hotel und im anderen die Museumsadministration zu unterbringen. Hier gibt es einen großen Saal für Konferenzen, eine Bibliothek. Im Keller können die Ateliers für Restauratoren und Lagerräume untergebracht werden. Unsere Ortschaft Baturin genießt eine große Popularität unter Kunstschaffenden, Malern, Schriftstellern. Hier können verschiedene kulturelle und wissenschaftliche Veranstaltungen, Foren etc. organisiert werden. Die Arbeiten dauern noch und benötigen zusätzliche Investitionen. 

Ich muss meine Meinung gerade zum Palast sagen. Solcher Art Ensembles gibt es in der Ukraine wenig. Ohne Rücksicht auf solche auf der Krim, kann man den Komplex hier in Baturin überhaupt für einen einzigartigen halten. Diese wunderschönen Rasenflächen, konische Fichten, Rossen… Es scheint, dass man sich plötzlich in Sankt- Petersburg oder Europa versetzt…  Obwohl, warte mal. Die Ukrainer sind doch die Europäer, die durch ihre Kunst weltweit bekannt sind und solche Schönheit pflegen und weiter entwickeln müssen. Ja, so muss unsere echte Ukraine sein.

— Ja, unser Palast ist kein traditionelles Landgut eines Großgrundbesitzers. Er hat ein mehr bedeutendes Maß. Es ist offensichtlich, dass dieser Komplex bzw. Ensemble  gerade für einen Staatsoberhaupt geschaffen worden war. Hier ist alles bis in die Einzelheiten durchgedacht. Sogar die umliegenden Landschaften öffnen sich wie im Kino Der bekannte Historiker des XIX. Jahrhunderts Fedor Gornostaev schrieb, z.B., dass er so eine fantastische Kombination von Architektur und Landschaft nirgendwo gesehen hatte.

Ich habe gelesen, dass Original des Poems von  Byron über Hetman Mazepa Ihrem Museum übergeben wurde.

Ja, es stimmt. Das erfolgte unter Beistand des damaligen Außenministers Herrn Vladimir Ogrizko. Mit der Übergabe dieser ersten Ausgabe befasste sich unsere Botschaft in Großbritannien.

Laut Mitteilungen in der Presse sollen sich die meisten unserer Raritäten zurzeit in Sankt-Petersburg befinden. Nach der Tragödie in Baturin hatte diese Graf Menschikow mitgebracht, der das blutige Massaker leitete...

— Ja, Sie haben Recht. Alle dachten, z.B., dass die Kanzlei von Ivan Mazepa niedergebrannt war. Doktorin der historischen Wissenschaften, Direktorin  des Museums für Geschichte der Ukraine (gehört der Sankt-Petersburger Universität) Frau Tatjana Jakovleva-Tairova hatte 2004 im Archiv von Menschikow das Archiv von Baturin gefunden, als sie sich mit dem Buch „Ivan Mazepa“ (aus der großen Serie „Leben der hervorragenden Persönlichkeiten) beschäftigte. Das war eine große Sensation. Wir stehen mit Frau Tatjana Jakovleva-Tairova im engen Kontakt. Sie hat neulich neues Buch „Ivan Mazepa. Geschichte des „Verrates“ und Russisches Imperium“ herausgegeben. Frau Tatjana schreibt uns, dass sie solche Dokumente in  den Händen hatte, welche weder Historiker Kostomarov noch Solovjov gesehen haben. Für solche Position bzw. Stellungnahme dem ukrainischen Hetman Mazepa gegenüber wurde Frau Tatjana Jakovleva in Russland gar nicht  „gelobt“.   Weil  der dort herrschende Gesichtspunkt betreffs Baturin-Geschichte traditionell wie in den Sowjetzeiten bleibt…  

Ob es die Rede von Übergabe der Originale geht?

— Nein. Im Jahre 2008 ließen uns doch gegen Bezahlung (12.000 Hryvna) die Kopien von 40 Dokumenten aus dem Archiv von Mazepa machen... Verschiedene Gegenstände aus Baturin gibt es heute überall: in Wien, Russland, Ukraine usw. Doch niemand beabsichtigt bisher  diese uns zurückzugeben.  

2000 Besucher pro Tag – war es Höchstwert?

— Ja. 2009 besuchten Baturin 212 000 Touristen. Damals hatten wir zwei Veranstaltungen auf der Präsidenten-Ebene.

Ob sich die Infrastruktur entwickelt?

— Die Volksmeister „aktivieren“ sich. Wir haben einige Souvenir-Laden, ein Hotel, auch eine Reihe von Cafes. Es ist doch nur der Anfang. Wir haben auch eine gute Autobahn, deshalb nimmt die Fahrt von Kiew nach Baturin lediglich zwei Stunden in Anspruch. Muss gestehen, dass die überwältige Mehrheit von unseren Gästen vom Gesehenen beeindruckt sind.

Es wurde einmal über die Eröffnung eines Militärlyzeums namens Bogun in Baturin gesprochen.

— Ja, das stimmt; sofern ich weiß, hatte man sogar mit den ersten Projektarbeiten angefangen. Es wurde der Bauplatz vor Baturin am Ufer des Flusses Sejm ausgesucht.  In 80-er Jahren des vorigen Jahrhunderts gab es die Aussichten hier ein Fitnesszentrum zu errichten. Auch damals wurde mit den ersten Arbeiten angefangen. Auf dieser Basis hat man den Bau des Militärlyzeums geplant. Was passiert heute mit diesem Projekt, weiß ich nicht bescheid.

Wie wurde die Zitadelle wiederhergestellt?

— Die archäologischen Ausgrabungen  wurden diesem Bauvorhaben zugrunde gelegt, welche unter der Leitung des bekannten Historikers der Tschernigover  Universität Vladimir Kovalenko durchgeführt wurden. Jetzt haben wir zwei Auferstehungskirchen. Eine davon befindet sich auf dem Gelände der Zitadelle. Andere steht daneben, welche Kirill Razumovsky als Familiengruft errichten ließ. Warum neben dem Palast? Man nimmt an, dass er seine letzte Ruhe zusammen mit unschuldig ermordeten friedlichen Einwohnern der Stadt teilen wollte. Der Name Auferstehung ist auch kein Zufall – zu Ehren des Hetmans  Mazepa.

Und auch die Hoffnung, dass Andenken auferstehen sollte... Heute ist Pfingsten. Es gab einst in Baturin eine Dreifaltigkeitskirche, die auf Mazepas Kosten gebaut worden war.

—Es war eine nach der Schönheit unübertroffene Kirche. Für deren Bau hatte Mazepa 20000 Goldrubel ausgegeben – eine fantastische Summe für damalige Zeiten... Während der traurigen Zeiten des Massakers  wurde sie dem Boden niedergemacht. Nach dem Lageplatz dieser Kirche wurde gesucht und 2006 haben die Archäologen auf dem Gelände eines privaten  Gehöftes deren Fundament entdeckt... Ein Jahr später wurden die Arbeiten fortgesetzt. Unter dem Beistand und Hilfe des Vorsitzenden der Gebietsadministration  Vladimir Chomenko hatte man zwei Gehöfte freigekauft. Dank der intensiven Arbeit der Archäologen  liegt das ganze Fundament der Kirche auf der Hand. Als ich es zum ersten Mal gesehen habe, kam es mir vor, als ob ich die Ausgrabungen im Uralten Griechenland sehe... Wir haben im Museum das Baumodell  der Kirche, wie sie aussah.  

Es wird erzählt, dass Mazepa noch einen Palast in der Ortschaft Gontscharovka hätte.

— Im Museum für Archäologie werden diesbezüglich die entsprechenden Unterlagen aufbewahrt. Ein Bild (Foto) dieses Palastes wurde nur in einem Stockholmer Museum entdeckt. Es geht um ein dreigeschossiges Bauwerk. Der Palast wird in der Chronik von Samuel Velitschko sowie in den Erinnerungen des französischen Botschafters Jean de Balyuz beschrieben, wo er seine Eindrücke über das Treffen mit Ivan Mazepa äußert. Nach Aussagen des Botschafters war Hetman Mazepa ein äußerst ausgebildeter Mensch, der 8 Sprachen beherrschte. Mit den Ärzten sprach er Deutsch, mit den Baumeistern - Italienisch. Auf seinem Tisch lagen die französischen Zeitungen... Und was für eine Bibliothek hatte er! Bücher in Lateinisch...

Charismatische Persönlichkeit.

— Ja, Ivan Mazepa hatte ein erstaunliches Charisma. Eine Art Zauberei. Und wie Hetman Pylyp Orlik sagte, konnte Mazepa jeden Menschen an sich fesseln. Was die Wiederherstellung der archäologischen Meisterwerke betrifft, welche er in Baturin bauen ließ, hoffen wir, dass dies die Arbeit für Perspektive ist. Heutzutage beschäftigen wir uns mit der Gestaltung der Exposition im Kotschubey-Haus und arbeiten an Schaffung des Museums „Skarbnyza/Schatzkammer“ in der Zitadelle. Die Nationalbank der Ukraine hat uns eine außerordentlich gute und wertvolle Kollektion übergeben. Die Exposition ist schon fast fertig. Dann steht an der Reihe das Hetman-Haus in der Zitadelle. Hier taucht schon das Problem mit den Exponaten auf.

Sind die unterirdische Gänge erhalten?

— Die unterirdischen Kommunikationen sind schon von Polen errichtet worden, die mit dem Bau der Baturin-Festung angefangen hatten. Das sind die Legenden, nach denen sie sich bis Kiew erstrecken sollten und ein Dreigespann dort problemlos durchfahren könnte. Dennoch bricht der Boden in Baturin ständig ein. Eine große Bruchstelle wurde im XIX. Jahrhundert vom General Brandenbauer dokumentiert. Sogar ich erinnere mich an zwei Fälle. Im Jahre  2002 fuhr ein LKW und gleich hinter ihm  brach die Betonstraße in die 7m Tiefe zusammen. Unten kam ein Wasserbrunnen zum Vorschein. 2008 baute man die Auferstehungskirche. Dabei wurden keine Pfeiler eingesetzt, wie in anderen Fällen.  Unter der Kirche befindet sich sog. Krypta, wo die während der Ausgrabungen gefundenen sterblichen Überreste begraben wurden. Nach einem Platzregen öffnete sich in der Grundbetonierung ein unterirdischer Gang. Er wurde mit der Zeit wiederhergestellt – ca. 64 m lang und zieht sich bis zum Fluss Sejm. Ich muss darauf hinweisen, dass sich bei unserem Bauvorhaben die ganze Ukraine beteiligte.  

Dank dem Denkmalschutzgebiet wird auch selbst die Stadt Baturin wiederbelebt?

— Gewiss. Es gibt schon Gas in der Stadt. Die alte Wasserleitung wurde vollkommen durch die neue ersetzt. Die Arbeitsplätze haben zugenommen. Allein in unserem Denkmalschutzgebiet sind 103 Mitarbeiter tätig. Als ich 2002 dessen Direktorin wurde, waren wir insgesamt 16 Mitarbeiter. Unsere Belegschaft ist ganz jung – 80% machen die jungen Leute aus.

Erzählen Sie bitte über die Legenden, die mit dem Palast verbunden sind.  

— Es gibt viele und auch  mystische. Eine erklärte, dass der Palast so lange Zeit dadurch nicht restauriert würde, weil hier zum Sabbat die Hexen zusammen fliegen… Wir haben doch den Palast restauriert und auch eingeweiht. Und es hat sich herausgestellt, dass Aura hier außerordentlich positiv ist. Die jungen Mitarbeiterinnen heiraten eine nach der anderen und gehen in Mutterschaftsurlaub. Jetzt sagt man umgekehrt – wer auf den „Storch“ wartet, muss in den Palast arbeiten gehen. So eine helle Geschichte der neuen Zeit.

 Frau Natalija, wie geht es Ihnen in der Rolle der „Wirtin“ so eines großen Komplexes, Denkmalschutzgebietes?

Ich bin hier seit 1997 tätig. Es ist so eine hinreißende Tätigkeit – die Wiedergeburt der Geschichte. Während der Restaurierungsarbeiten gab es keine Zeit sowohl tags, als auch nachts. Aber jetzt sind wir in Rosen im direkten und undirekten Sinn dieses Wortes...

 — Sind Sie glücklich in dieser Stellung?

— Wissen Sie, in diesem Jahr im Mai war mein Vertrag zu Ende. Wäre er nicht verlängert worden, so wisse ich nicht, wie ich weiter existieren könnte, muss ich Ihnen gestehen. Ich bin hier eigentlich von Anfang der Wiedergeburt unseres Schutzgebietes.  Manchmal war es so unglaublich schwer, aber ich dachte nie daran damit aufzuhören.  90% unserer Kollegen sind von dieser Tätigkeit  besessen. Deshalb sind wir immer bereit die Schwierigkeiten zu überwältigen und der ganzen Welt zu zeigen, wie wir die Ukrainer sind. Baturin ist ohne Übertreibung ein eigenartiges Symbol unserer Nation.

Media Center of “Prime Excursion Bureau” 

Juni 2011

  

☎ +38 (099) 55-00-000, +38 (096) 94-00-000

Hetman´s Hauptstadt Baturin


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